Festspiel vor dem Ernst Ludwig-Haus zur Eröffnung der Ausstellung Ein Dokument Deutscher Kunst, 1901
Institut Mathildenhöhe / Städtische Kunstsammlung Darmstadt

A Step Ahead (Einen Schritt voraus)

Mathildenhöhe Darmstadt
Ausstellungsgebäude 
Eröffnung: 6. Juni 2025
Laufzeit: 6. Juni 2026 – 31. Januar 2027

DIE AUSSTELLUNG

Wie wollen wir leben? Welche Rolle spielen Design, Architektur und Kunst für unseren Alltag? Und wie können gestaltete Räume gesellschaftliche Veränderungen sichtbar machen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Sonderausstellung A Step Ahead – 125 Jahre Mathildenhöhe Darmstadt, die vom 6. Juni 2026 bis 31. Januar 2027 im Ausstellungsgebäude auf der Mathildenhöhe Darmstadt zu sehen ist. Die Schau ist Teil der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 und wird im Rahmen des zweitägigen Welterbefestes vom 6. bis 7. Juni auf der Mathildenhöhe Darmstadt eröffnet.

125 Jahre nach der ersten Ausstellung der Künstlerkolonie Darmstadt im Jahr 1901 schlägt A Step Ahead einen Bogen von den Reformideen der frühen Moderne zu aktuellen Fragen von Nachhaltigkeit, Inklusion, Ressourcenschonung und gemeinschaftlichem Leben. Ausgangspunkt sind die vier historischen Ausstellungen der Künstlerkolonie Darmstadt von 1901, 1904, 1908 und 1914, die das Ensemble der heutigen UNESCO-Welterbestätte entscheidend geprägt haben.

„Die Mathildenhöhe Darmstadt ist ein Ort mit internationaler Strahlkraft. Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll, wie eng die Geschichte dieses Ensembles mit zentralen Zukunftsfragen verbunden ist und warum Darmstadt bis heute ein bedeutender Ort für Architektur, Design und gesellschaftliche Zukunftsfragen ist. Die Mathildenhöhe ist ein kultureller Identifikationsort für Darmstadt – aber sie muss und soll auch Motor für die Weiterentwicklung unserer Stadt sein“, sagt Oberbürgermeister Hanno Benz, Kulturdezernent der Wissenschaftsstadt Darmstadt.

In vier thematisch gestalteten Hallen treten historische Werke der Künstlerkolonie Darmstadt in Dialog mit zeitgenössischen Kunst- und Designpositionen sowie interaktiven Stationen. Gezeigt werden unter anderem Arbeiten der Künstlerkolonie-Mitglieder Joseph Maria Olbrich, Peter Behrens, Patriz Huber, Albin Müller, Bernhard Hoetger, Paul Haustein oder Friedrich Wilhelm Kleukens sowie zeitgenössische Werke und Projekte von Andrea Zittel, Michael Jantzen, dem in Frankfurt am Main und Amsterdam ansässigen (un)woven studio, ponton works, Akpene Therése Gbogbo und Studio Jonathan Radetz.

Dabei wird deutlich, wie stark sich der Designbegriff in den vergangenen 125 Jahren verändert und erweitert hat: Während um 1900 einzelne Künstlerpersönlichkeiten gemeinsam mit Manufakturen neue Formen des Wohnens entwickelten, stehen heute interdisziplinäre und co-kreative Prozesse im Mittelpunkt. Themen wie Materialkreisläufe, barrierefreie Gestaltung oder soziale Teilhabe ziehen sich als Leitmotive durch die gesamte Ausstellung.

„Die Künstlerkolonie Darmstadt verstand Gestaltung nie als reine Dekoration, sondern als ganzheitliche und gesellschaftliche Aufgabe. Viele Themen, die heute wieder intensiv diskutiert werden – wie fortschrittliche Materialien und soziale Fragen des Wohnens –, wurden auf der Mathildenhöhe bereits um 1900 verhandelt. Genau diese überraschende Aktualität macht die Ausstellung sichtbar“, erklärt Dr. Philipp Gutbrod, Kurator der Ausstellung, Direktor des Institut Mathildenhöhe Darmstadt und Kulturreferent der Wissenschaftsstadt Darmstadt.

Zu den zentralen zeitgenössischen Arbeiten zählt die inklusive WeKitchen, die gemeinschaftliches Kochen und Essen für Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen ermöglicht. Mit diesem Werk greift die Ausstellung erstmals seit der Zeit der Künstlerkolonie Darmstadt die Tradition wieder auf, im Ausstellungsgebäude einen vollständigen und funktionalen Raum der Alltagskultur zu präsentieren. Weitere innovative Beiträge bilden die nachhaltigen Biotextilien aus recycelten Textilfasern des (un)woven studio sowie die Tischleuchte Chito von ponton works, die aus insektenbasiertem Chitosan besteht. Als Brücke zwischen den Zeiten sind historische 3D-Rekonstruktionen der Künstlerkolonie-Ausstellungen zu sehen, die gemeinsam mit dem Darmstädter Studio Faber Courtial entwickelt wurden. Ergänzt wird die Ausstellung schließlich durch interaktive Stationen, in denen die Besuchenden eigene gestalterische Prozesse erproben können.

Die Ausstellung versteht sich nicht als reine Jubiläumsschau, sondern als lebendiger Dialog zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Historische Entwürfe, temporäre Architektur, Plakate, Möbel, Fotografien und Designobjekte treten dabei in Beziehung zu aktuellen Positionen, die Gestaltung als gesellschaftliche Verantwortung begreifen.

„A Step Ahead verbindet die internationale Geschichte der Mathildenhöhe mit den Herausforderungen unserer Gegenwart und Perspektiven für künftige Entwicklungen. Damit leistet die Ausstellung einen wichtigen Beitrag zur World Design Capital 2026 und zeigt, welche kulturelle Innovationskraft in der Region Frankfurt RheinMain steckt“, betont Dr. Susanne Völker, Geschäftsführerin der gemeinnützigen Kulturfonds Frankfurt RheinMain GmbH.

Eine Veranstaltung des Institut Mathildenhöhe Darmstadt im Rahmen der WDC 2026. WDC 2026 wird gefördert durch das Land Hessen, die Stadt Frankfurt am Main und den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

Kurator: Dr. Philipp Gutbrod, Kulturreferent der Wissenschaftsstadt Darmstadt / Direktor Institut Mathildenhöhe

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